Seit nunmehr 3 Jahren freuen wir uns, Lesepaten des Freiwilligen-Zentrums (FWZ) Bayreuth bei uns an der Graserschule zu haben. Waren es am Anfang nur einige wenige Paten, gehen heute etwa 17 Lesepaten in zehn Klassen bei uns ein uns aus. Sie gehen ein und aus, weil sie längst nicht mehr nur Gäste sind, sondern wichtiger Bestandteil unserer täglichen Arbeit mit den Kindern. Aber nicht nur Lesepaten sind es, die unsere Arbeit unterstützen, sondern auch immer mehr Förderpaten, die sich um einzelne Schüler kümmern, die Defizite in den Bereichen Sprache und Mathematik haben. Nicht zu vergessen ein Mitarbeiter des FWZ, der alle Arbeitsgemeinschaften Computer an unserer Schule selbstständig und mit großem Engagement betreut und dabei Hilfe durch einen weiteren Mitarbeiter des FWZ erhält. Ach ja … und da gibt es auch noch jemanden vom Freiwilligenzentrum, der zusätzlich zur Lesepatentätigkeit einmal pro Woche an die Schule kommt und das Obst und Gemüse aus dem Schulfruchtprogramm wäscht, portioniert und manchmal sogar an die Klassen austeilt! Eine Riesenhilfe für uns und eine große Entlastung für die Klassenlehrer!
Nahezu jede Lehrkraft an unserer Schule hat einen oder mehrere Lesepaten. Was bringen diese nun für unsere Kinder?
Ganz einfach: Die Kinder lesen mehr als sonst möglich! Und das Lesen und Verstehen von Texten ist eine Kernkompetenz, die eine der wichtigsten überhaupt ist! Während im Klassenunterricht (teilweise 26 Kinder pro Klasse) der einzelne Schüler eher sporadisch und wenn, dann nur kurz zum Lesen kommt, können die Kinder mit den Paten in Kleingruppen oder alleine lesen, lesen, lesen und auch über die Inhalte sprechen. Dadurch steigt die Lesekompetenz und damit verbessert sich oft auch die Lesenote. Dass die Kinder Freude daran haben, erkennt man gut, wenn man als Klassenleiter fragt, wer heute mit dem Lesepaten mitgehen will! Die allermeisten wollen, weil im Laufe der Zeit oft eine echte Beziehung zwischen Klasse und Lesepate entsteht!
Unsere Wertschätzung der geleisteten Arbeit zeigen wir in Form kleiner Veranstaltungen, zu denen die Paten eingeladen werden. Dabei singen die Kinder Lieder, überreichen kleine Geschenke der Klassen und Kaffee und Kuchen gibt es auch noch.
Was meinen nun Lehrer und Schüler dazu?
Hier einige Kommentare von Kollegen:
- … wichtig, dass Schüler auch über längeren Zeitraum laut lesen können.
- … die Kinder meiner Klasse gehen sehr gerne zu den Lesepaten, da es ein hilfreicher und lehrreicher Freiraum für sie ist.
- … können unbedarft vorlesen, ohne Angst haben zu müssen, sich zu „blamieren“.
- … gerade leseschwache Schüler gehen besonders gerne zu den Lesepaten!
- … Es ist eine Entlastung des Lehrers und gut für die Kinder!
Und das meinen die Schüler:
- … weil Lesen wichtig ist und weil sie nett sind.
- … manchmal haben wir zu wenig Zeit, im Unterricht zu lesen. Oder ich komme nicht dran, obwohl ich gerne lesen will. Bei den Lesepaten komme ich länger dran!
- … bei den Lesepaten werde ich nicht gleich wieder vom Lehrer unterbrochen, weil ein anderes Kind weiterlesen soll.
- … Ich finde, Lesepaten sind toll!!!
- … und man kann sich besser konzentrieren und in Ruhe lesen.
- … wenn man länger lesen kann ist das gut für das Gehirn.
- … die erklären genau, wie man es besser machen kann.
Fazit: Wir an der Graserschule sind sehr froh, dass wir unsere Helfer des FWZ haben.
Andreas Huber
Schulleiter der Graser-Volksschule Bayreuth
Winter 2012