Voller Gewinn
Das Freiwillige Soziale Jahr war ein voller Gewinn für uns. Es war richtig spannend, einmal pro Woche in eine völlig andere Generation hineinzuschnuppern und zu sehen, wie uns die Bewohner und Mitarbeiter immer mehr in ihr Herz schlossen. Auch vertrauten uns die Senioren immer mehr, so konnten sich auch Freundschaften zwischen Jung und Alt entwickeln, die sicher nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr noch bestehen und gepflegt werden.
Doch der Einsatz im Seniorenheim ist anders, als die meisten denken, er besteht nicht aus Bingo spielenden, langweiligen Menschen, die nur darauf warten zu sterben. Denn Bingo haben wir nicht gespielt, sondern wir haben gesungen, getanzt und sehr viel gelacht. Wir starteten Bastel- und Ausmalaktionen mit schönen und lustigen Ergebnissen, welche voller Stolz in die Zimmer der Bewohner gehängt wurden. Wir halfen ebenso gerne bei den täglichen Aufgaben der Mitarbeiter, wie zum Beispiel Einlagen austeilen; Bewohner, die nicht selbständig essen können, füttern, und sie dann anschließend für die Nacht ins Bett richten. Manchmal wurden die Gesprächsthemen schon ernster, als Senioren über ihre Kriegserlebnisse oder Schicksalsschläge erzählten. Doch ernst blieb es lange nicht bei uns, denn wir machten regelmäßige Spiele und Rätselnachmittage. Jede Woche erwarteten uns neue spannende Aktionen. Durch wöchentlich neue Blumengestecke brachten wir Farbe ins Seniorenheim, ebenso wie die farbig lackierten Fingernägel der Bewohner. Nicht lange hielt es die Leute auf ihren Stühlen, denn wir gingen mit ihnen im und außerhalb des Hauses spazieren. Rund ums Jahr werden Feste geplant und gefeiert, wie Weihnachten, Silvester und Fasching. Bei uns ist immer etwas los.
Ältere Menschen sind nicht nur mürrisch, denn wenn man sich die Mühe macht, sie näher kennenzulernen, sind sie genauso wie jeder andere Mensch auch. Natürlich gibt es schon mal Streit unter den Bewohner oder man wird an schlechten Tagen der Senioren etwas angemotzt, doch es sollte nicht so ernst genommen werden, weil jeder mal schlechte Tage hat. Vielmehr werden wir uns an die schönen Stunden erinnern und die gut gemeinten Lebenstipps der Senioren. Bei unseren Nachmittagen hatten wir nicht das danach ausgestellte Zertifikat im Blick, sondern wir wollten soviel Einblick in das Leben als Senior als auch in die Arbeit einer Altenpflegerin erhaschen und wir müssen sagen, dass wir es geschafft haben.
Erfahrungsbericht von
Lisa & Manuela
Gymnasium Pegnitz